|
Ernst Mantel in
„Ernst Unernst“
Entschieden unernst, bestimmt hintergründig: Ernst Mantels fulminantes Soloprogramm wurde nicht umsonst mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2009 ausgezeichnet. Die Art, wie er maximal lebensechte und dabei brüllend komische Charakterstudien entwirft, ist großes (Satire-)Kino. Denn diese Typen hat zwar jeder schon einmal erlebt. Doch Mantel beherrscht die hohe Kunst, das Vertraute per präzise dosierter Überzeichnung in den puren Irrwitz zu steigern. Als empörter Vater widerlegt er den Vorwurf einer Lehrerin, seine Kinder verwendeten zu viele Anglizismen – Nonsense, wo er doch bei den Kiddies das Deutsche so supportet, und das ist Fact. Als prolliger Verschwörungstheoretiker erklärt er verzögerte Express-Zustellung mit außerirdischer Spionage und weiß gute Ratschläge zur Gegenwehr. Als Kulturbürokrat hält er eine in klausularischem Beamten-Sprech komponierte, komplett sinnfreie Eröffnungsrede für ein Konzert. In seinen genialischen Miniaturen trumpft Mantel schauspielerisch ebenso auf wie mit den ausgefeilten, lupenrein schwäbischen Texten – die zudem von genauester Einfühlung in die württembergische Volksseele zeugen: Noagange, z'ricklehna, Träna lacha!
»komödiantische Kammermusik.«
Stuttgarter Nachrichten
»Der Entertainer überzeugt allem voran durch seine erstaunliche Wandlungsfähigkeit. Ob in seiner Nachahmung des von der Welt gekränkten Liedermachers… mit seinem »ökologischen Lied mit fairen Ideen« oder in der Rolle des schwäbisch-brasilianisch brabbelnden Starkochs, der einen Hummer namens »Edward mit den Scherenhänden« zubereitet: Mantel zuzuhören wird nicht langweilig. Auch deswegen nicht, weil der gebürtige Schwabe durch seine liebevoll gedichteten, schwäbischen Wort-Labyrinthe immer wieder Triviales zu Höherem verhilft.«
Schwäbisches Tagblatt, Südwest Presse Tübingen |